Interview zum Film “Der Greteltrick” mit Regisseurin Milena Aboyan

Am 22. Oktober 2019 war das Produktionsteam des Films bei uns zu Gast im Haus Bethanien. Es war eine tolle Veranstaltung.

Regisseurin Milena Aboyan stand unserer Hauszeitschrift für ein Interview zur Verfügung. Wie auch die Produzenten des Films Maximilian Becht und Patricia Langenhan studiert Milena Aboyan an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg.

Die Idee zum Drehbuch kam der Studentin schon sehr früh. Sie stammt ursprünglich aus Armenien, wo die Menschen noch in Großfamilien zusammen leben – wie bei uns vor Mitte/Ende des letzten Jahrhunderts auch. Pflegeheime gab es kaum. Die alten Menschen wurden selbstverständlich von ihren Familien mitversorgt. Als sie nach Deutschland kam, arbeitete sie als All-tagsbegleiterin und war überrascht, wie viele alte Menschen hier einsam sind. Seither hat sie dieses Thema nicht mehr los gelassen.

Für den Film recherchierte sie umfassend und trat in Kontakt mit vielen Seniorinnen und Senioren. Auch tauschte sie sich beispielsweise mit dem Berliner Verein „Silbernetz e.V.“ aus, die untere anderem eine Hotline für Menschen über 60 anbieten, die jemanden einfach nur zum Reden brauchen.

Der Südwestrundfunk und Arte fanden das Drehbuch so gut, dass sie die Umsetzung des Projekts finanzierten. Nun konnte die Produktion losgehen. Insgesamt waren es 12 Drehtage, die auf drei Wochen verteilt waren. Es war eine spannende Zeit, lies uns Milena Aboyan wissen. Für die Regisseurin war es etwas ganz Besonderes zu erleben, wie ihre auf dem Papier erschaffenen Figuren und ihre Geschichte am Filmset zum Leben erweckt wurden. Die Lebendig-keit des Themas war durch die perfekte Darstellung so deutlich spürbar. Auch war es ein schönes Gefühl, dass nach einem Drehtag sich das Team über die Thematik weiter Gedanken machte und sich austauschte. Es war eine sehr gute Stimmung unter all den Beteiligten und es herrscht ein harmonisches Gemeinschaftsgefühl.

Mit Brigitte Janner als Tante Gretel konnte eine sehr erfahrene Schauspielerin gewonnen werden. Sie ist sicherlich vielen unter anderem bekannt durch ihre Rolle der Kneipenwirtin Elli in der beliebten Serie „Das Großstadtrevier“. Auch in vielen Tatorten hat sie schon mitgewirkt und steht unter anderem im Hamburger Schauspielhaus und am Theater in Bremen auf der Bühne.

Leo Schlauer, der den Jungen im Film darstellte, ist erst elf Jahre alt. In diesem Alter dürfen Kinder bis zu fünf Stunden am Set sein und davon nur bis zu drei Stunden arbeiten. Viele Kinder stellten sich beim Casting vor. Nach seinem Berufswunsch gefragt, antwortete Leo, dass er Schauspieler werden will. Im Film sieht man gut, dass er sicherlich das Talent für seinen Wunschberuf hat. Er und Hauptdarstellerin Brigitte Janner verstanden sich sehr gut. Leo brachte auch immer wieder eigene Ideen in den Film ein, wie Milena Aboyan berichtete.

Nach drei Wochen Drehzeit waren dann mehr als zwei Monate notwendig, um den Film zu schneiden und das Material auf die von den Sendern gewünschte Filmlänge zu reduzieren und auszusortieren. Keine einfache Arbeit, wie die Autorin des Drehbuchs rückblickend erzählte, da so viel gutes Filmmaterial entstand, das wirklich sehenswert ist.

Als der Film dann fertig geschnitten war, wurde er intern in einem Kinosaal der Akademie den Mitstudentinnen und Mitstudenten präsentiert. Milena Aboyan war natürlich sehr aufgeregt, da gerade ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sehr kritisch sind, weil ja alle „vom Fach“ sind. So waren dann die Komplimente der Mitstudenten etwas ganz besonderes für sie, die sich einig waren, dass der Filme sehr gelungen ist. Als der Film dann unter anderem im Scala in Ludwigsburg gezeigt wurde, erhielt das Team durch die Bank nur positive Rückmeldungen. Es berührte Milena Aboyan sehr, dass eine Senioren mit den Worten „vielen Dank, dass sich noch junge Menschen für dieses Thema interessieren,“ ihre Arbeit lobte.

Die Drehbuchautorin und Regisseurin wünscht sich sehr, dass der Dialog und Austausch zwischen älteren und jüngeren Generationen erhalten bleibt!

Wir bedanken uns herzlich bei der sympathischen Drehbuchautorin und Regisseurin Milena Aboyan für das sehr aufgeschlossene Gespräch und wünschen ihr alles Gute und Gottes Segen für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg.

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